Jakob Jezovnik, Vulgo Ferwega, war Grossgrundbesitzer im Sannthal. Dazu gehoerten drei Steinbrueche

Vrednost sledece publikacije je vracanje v zgodovinsko obdobje mesta Celje in okolice in prikazuje osebnosti ki tvorijo sorodstveno vezo druzine Jezovnik. Kakor koli kratko, to obdobje z resnicnimi osebami je potrebno ohraniti za Celjsko zgodovino. Odkriva se pestra panorama osebnosti ki so stele v elito casa ob prehodu v novo stoletje.

Tombstone of Jakob Jeschounigg (Jezovnik) Grossgrundbesitzer, Bauunternehmer etc.
geb. am 2. Juli 1833, gest. am 5. Februar 1891 in Grosspireschitz (Velika Piresica)
beweint von seiner trostlosen Ehefrau und seinen tieftrauernden Kindern

Das Jahr 1911

Hans ( nicknamed Hansi) and Irma Jezovnik,
son and daughter of Maria (von Manner) and Johann Jezovnik
Graz
Am Ostermontag frueh kommt Mama mit Hansi und mir, dass heisst, Erna, Dora und ich gehen mit hinaus und machen einen Spaziergang auf den Schlossberg, und wo wir wie durch Zufall Frau Notar Kleinhans mit Fannerl, deren Brauetigam Oblt. Krause und zukuenftigen Schwiegermama treffen. Den Nachmittag verbringen wir teils am Hilmteich, teils im Stadtpark. Am naechsten Tag werden noch einige Besorgungen gemacht, und ich gehe noch einmal zurueck ins SacreCoeur um Abschied von allen Bekannten zu nehmen und fahre dann mit Mama nach Hause.

Erklaerung:

(Sacré Coeur, Ges. der Ordensfrauen vom Heiligsten Herzen Jesu (RSCJ). Nach der Franz. Revolution 1800 in Paris von Magdalena Sophia Barat gegr.; erhielt 1826 die päpstl. Approbation und fand weltweite Verbreitung. Die Ges. widmet sich neben der HerzJesuVerehrung v. a. dem Unterricht und der Erziehung; erste ö. Gründung 1846 in Graz, später Niederlassungen in RiedenburgBregenz (1854), Wien (1868), Provinzialat Preßbaum (1892), Innsbruck (1970) und WienHeiligenstadt (1973).)

Nach Hause

The Jezovnik residence in Arnsdorf, Slovenia.

Die ersten Tage vergehen mit Auspacken und Einrichten. Dann werde ich im Schreibzimmer ein wenig eingefuehrt. Papa kauft eine Schreibmachine; ich uebe mich darauf ein und ich schreibe nun Briefe, welche Papa mir diktiert. Fahrten nach Hofrain, Pirnschitz, Eggenstein etc. gelten als angenehme Abwechslung. Ebenso kleinere Spaziergaenge.

Hansi

Hans (Hansi) Jezovnik, Irma's bother.

4. Mai
Mama und ich fahren wieder nach Graz, um bei Doras heiligen Kommunion beizuwohnen.

Alles ist sehr feierlich, die Kirche sehr schoen geschmueckt. Nachher findet ein grosses Dejeuner im Refectorum statt. Den Vormittag verbringen wir mit Erna und Dora. Ich suche meine alten Bekannten auf, um mit ihnen ein wenig zu plaudern.

Am 25. Mai fahren Hansi und ich mit Papa nach Franz.

Die Pfingstfeiertage verbringen Mama, Hansi und ich bei Papa in Sauerbrunn, wo er mit seinem Freund Notar Kleinhans zum Kurgebrauch weilt.

Auch Mitzi Lenko kommt mit uns, bleibt aber etwas laenger dort.

Antonia Jezovnik (born Repotocnik), wife of Jakob Jeschounigg (Jezovnik)
grandmother of Irma, Hans, Erna and Dora Jeschounigg

Am 8. Juni kommt Grossmama, um den Sommer und Herbst bei uns zu verbringen.

Am 9. Juni besuchen Mama und ich die Geschwister in Graz, und am 11. Juni faehrt Mama wieder zu Papa nach Sauerbrunn, welcher wenige Tage darauf auch wieder heimkehrt.

Am 18. Juni sind Hansis Gastgeber Professor Novacks bei uns, und am 23. Juni holen wir Oblt von Deutsch zu Tisch.

On Vacation


Am 29. Juni sind wir in St. Peter eingeladen.


Am 5. Juli fahren Mama und ich nach Graz, um die Geschwister abzuholen.

Nun werden die Ferien in vollen Zuegen genossen. Es werden Ausfluege gemacht sowohl zu Fuss, als auch zu Rad und Wagen. Wir fahren nach Hofrain, oder die Hofrainer besuchen uns in Arnsdorf. Wir spielen Tennis; ab und zu kommen Sonnenbergs zu uns, oder aber gehen wir zu einer Tennispartie nach Deutschental. Auch wird fleissig gebadet und selbst Maskierungen und anderer Schabernack gehoeren nicht zu den Seltenheiten.

Aunt Fanna's birthday

22. August
Tante Fannas Geburtstag. Wir sind alle zu Tisch geladen; nur Onkel Pepi ist nicht anwesend, sondern momentan in Wien.

29. August
Papas Namenstag. Tante Mitzi aus Pettau kommt zur Feier zu uns, ebenso Tante Toni und Mitzi Lenko.


Erna and the Hofrainers from castle Hofrain

Am 3. September verbringen die Hofrainer den Tag bei uns. Mama gibt eine Art Abschiedsdinner. Papas Geburtstag am 5. September feiern wir allein.


8. September
Ingeneur Rakusch kommt wegen einer geschaeftlichen Besprechung zu Papa und bleibt hierauf zur Jause.

In Gotsche

Wir Geschwister machen einen sehr heiteren Spaziergang nach Gotsche, von wo wir Trauben und Zwetschgen mit heim bringen und sehen uns zugleich die Truemmer der ehemaligen protestantischen Kirche an. An Mamas Namenstag, welchen wir allein feiern, kommt ganz unverhofft und ploetzlich Professor Lesky, ein Jugendfreund Papas. Er macht grossartig den Hanswurst und wir alle meinen noch nie so viel gelacht zu haben als in den drei Tagen seiner Anwesenheit.

Am 13. September machen wir Geschwister mit Mama einen Ausflug nach Neuhaus (ein kleiner Badeort 2 Stunden von uns entfernt), als Abschied von den Ferien. Die Fahrt ist schoen, aber von Badegaesten ist nicht viel zu sehen, es scheint recht langweilig zu sein.

    
Notary Kleinhans and my father

15. September
Notar Kleinhans, ein Freund Papas, kommt auf Rebhuehnerjagd zu uns und bleibt mehrere Tage.

16. September
Erna und Dora fahren wieder nach Graz zurueck. Auch fuer Hansi sind die Ferien zu Ende, und drei Tage spaeter heisst es auch fuer ihn einruecken. Er kommt wieder auf seinen alten Kostplatz bei Professor Nowaks.

Am 20. September kommen die beiden Herren Teggerz Junior und Senior geschaeftlich zu Papa und bleiben zum Souper.

22. September
Kolaudierung der von Papa gebauten Schule in Sachsenfeld und hierauf Souper bei uns, zu welchem die Herren Statthaltereirat Baron Mueller, Oberingeneur Kibitsch, und Schulinspektor Zupanek erschienen.

26. September
Hauptmann Gollob kommt wegen einer Pferde Angelegenheit zu uns und bleibt zum Souper.

3. Oktober
Hochzeit: Fannerl Kleinhans und Oblt. Krause.

Papa und ich fahren zu Tante Mizi's Weinlese und treffen im Pragerhof D. Ziktow und Fr. Karoline Deutsch, welche von Abbazia heimreisen.

18. Oktober
Mama und ich fahren nach Graz, bei welcher Gelegenheit ich Vera aufsuche.

The name Vera stands for Vera Bethlen, mother of Ivana Cery-Reininghaus, owner of castle New - Zovnek (Ruhetal) before it was sold to Anna Maria Huenermann, wife of Franz Adolf Westen.

Am 30. Oktober machen wir in Kochschulangelegenheit einen Besuch bei Frau Rakusch.

Aunt Tezi

Am 20. November fahren Grossmama und ich nach Wien, ich mit der Erlaubnis und Absicht mir es dort drei Wochen gut gehen zu lassen. Am Vormittag gehe ich fast regelmaessig mit Tante Madeleine und Tante Tezi und nachmittags mit Grossmama aus. Sie zeigen mir die Wiener Sehenswuerdigkeiten und helfen mir meine Besorgungen zu machen. Am Abend gehen wir auch noch ins Kino oder in die Oper; so hoere ich den Profet Cavalleria Rustikana, Bajazzo und Tannhaueser. Auch ein grosses Flottenkonzert besuchen wir, wobei ich Gelegenheit habe die beruehmte Kurz zu hoeren. In Begleitung von Onkel Michi sehe ich ferner die Schatzkammer und Schoenbrunn. Natuerlich werden auch die verschiedenen Tanten besucht, und ich bin auch wohl da und dort zu Gast, so am 2. Dezember bei einem grossen Verwandten Souper bei Tante Karoline.

Auch meine SacreCoeur Gefaehrtinnen Hermine und Felicie Hurter besuche ich. Sie haben gerade ihren Jour und so gerate ich in grosse Gesellschaft, worunter ich auch Zora Bacic finde.

An einem Nachmittag fahre ich mit Grossmama nach Prepbaum, um Mere de Loe zu sehen. Weiters besucht auch Grossmama ihre Bekannten und so komme ich zu Baronin Pidoll und Baronin Koenigsbrunn.

Moedling - Veste Lichtenstein


Moedling

Am 26. November fahren wir nach Moedling zu Tante Fanna. Onkel ist bereits zu den Jagden nach Arndorf abgereist. Wir verbringen einen schoenen Tag.

Am 3. Dezember kommt Mama mit Erna nach Wien, um einen zweiten Arzt wegen Ernas Befindung zu Rate zu ziehen. Dann werden noch drei Tage Besorgungen und Besuche gemacht, auch einmal in die Oper gegangen und wieder heimgefahren.

Erna und ich steigen in Graz aus. Erna, um wieder zurueck ins SacreCoeur zu gehen, ich, um dort einen schoenen 8. Dezember zu verbringen. Ich treffe bei dieser Gelegenheit verschiedene alte Bekannte wieder, unter anderen Vera Bethlen, Martha Chernel und Olga Tausis. Die Heimreise mache ich bis Marburg in Gesellschaft von Greta Erber.

Zu Hause beginnen nun die Weihnachtsvorbereitungen. Onkel Pepi haelt fleissig Ausschau nach Enten, die sich nicht sehen lassen und macht so eine Menge schoener Spaziergaenge, wobei ich ihm auch ausgeruestet mit meiner Kamera begleite.

14. Dezember
Grosse Brakierjagd. Als Gaeste erscheinen die Herren: Dr. von Habumagg, Ferenz, Stinger, Rauscher, Rakusch, Teggenz, Dr. Gollitsch, Dr. von Goslett und Wambrechtsamer; zum Diner ausserdem die Herren: Oberingenieur Kibitsch, Dr. Breschar und Ingenieur Julius Rakusch.

Am 17. Dezember wird eine kleine Jagd abgehalten, zu der die Herren Stinger, Rauscher und Rakusch geladen sind. Am selben Tag macht uns Herr Ferenz mit seiner Tochter Mitzi einen Besuch.

Am 22. Dezember verlaesst uns Onkel Pepi und am darauf folgenden Tag kommen die Geschwister auf Weihnachtsferien. Der Weihnachtsabend verlaueft schoen wie immer.

Am 26. Dezember kommt Mitzi Ferenz aus Mayerberg zu uns.

Am Nachmittag fahren wir zum Follenhof, um uns die Pferde anzusehen. Auch die uebrigen Tage der Weihnachtsferien verbringen wir recht angenehm, und bedauern alle, dass kein Schnee ist. Nun macht jemand den Vorschlag einen Ausflug in die Berge zu machen so weit, bis man auf Schnee kommt.

Erna

Am 28. Dezember machen wir uns auf den Weg und gelangen nach mehrstuendiger, teilweise recht beschwerlicher Wanderung nach mancherlei Seeund Umwegen am Ziele an. Dort haben wir das in hiesiger Gegend gewiss hoechst seltene Vergnuegen, eine Gemse in ganz unmittelbarer Naehe zu sehen.

Nach kurzer Rast machen wir uns auf den Heimweg, der noch viel beschwerlicher ausfaellt, und gelangen mit grosser Verspaetung und totmuede, aber immerhin recht befriedigt, zu Hause an.

Das Jahr 1912
1. Januar
Ingenieur Rakusch besucht uns am Nachmittag und bleibt zum Souper.

Am 2. Januar bringt Mama Erna und Dora nach Graz zurueck.

Am 3. Januar besuche ich das erste Mal die Kochschule, um es von nun an 4 mal woechentlich zu tun.

6. Januar
D. Lois besucht uns.

8. Januar
Mama und ich machen unseren Besuch in Mayersberg bei Ferenz.

11. Januar
Martha Rakusch kommt das erste Mal zu uns und verbringt den Nachmittag hier.

16. Januar
Papa und ich fahren per Schlitten nach St. Peter, meine einzige Schlittenfahrt im ganzen Winter, und noch dazu ist die Schlittbahn eine recht miserable.

Mayerberg

Mitzi and her father

Am 20. Januar fahre ich von der Kochschule direkt nach Mayerberg, um dort bis Abend zu bleiben, und Mitzi weiss mit allerhand Abwechslungen die Zeit angenehm auszufuellen.

Am 21. Januar machen die Eltern und ich unseren Besuch bei Baron Mueller und Lilli.


Culinary school

Am 29. Januar haben wir in der Kochschule unser erstes Probediner, dem Frau Rakusch beiwohnt.

Am Tag darauf ladet mich Martha Rakusch zum Tee, bei welcher Gelegenheit ich Else Proftz und Erna Koschanz kennenlerne.

Am 31. Januar gehen Mama und ich zum Sallacher Gaertner und treffen dort durch Zufall mit Baronin Puthan zusammen, welche uns auffordert, mit ihnen den Tee einzunehmen.

Die Kochschule macht mir viel Spass, ich lerne verschiedenes, mache Fortschritte und zugleich ist mir das Ganze eine angenehme Abwechslung und Unterhaltung. Wir sind 8 Schuelerinnen; die Namen der anderen sind: Wogg, Kahn, Mossmann, Veselz, Friedel, Messaric und Mastnak.

4. Februar
Frau Rakusch kommt mit Martha per Schlitten, um den Abend bei uns zu verbringen.

Am 5. Februar haben wir in der Kochschule ein zweites Probediner zu welchem diesmal Frau Rauscher kommt. Fuer den 7. plante ich eine Schlittenpartie mit Martha Rakusch nach Hofrain, die jedoch wegen ploetzlich eingetretenem Tauwetter ins Wasser faellt.

13. Februar
Mama und ich fahren nach Graz, um die Geschwister zu besuchen und Besorgungen zu machen. Ich suche bei dieser Gelegenheit auch Vera auf.

In Abbazia: Mr. Teggenz, Papa, Mrs.Kibitsch and Oberingenieur Kibitsch

22. Februar
Papa faehrt nach Abbazia, um dort Oberingenieur Kibitsch zu besuchen, welcher dort seinen Urlaub mit seiner Frau verbringt.

Papa findet auch Herrn Teggenz, einen alten Bekannten in Abbazia, und sie machen nun gemeinsam kleine Ausfluege zu Schiff, so nach Lossin, Nowi und dergleichen.
Papa kehrt jedoch schon nach 3 Tagen wieder nach Hause zurueck.

25. Februar
Gemeinsamer Ausflug auf's Sturmannische.

28. Februar
Ich fahre unverhofft und ploetzlich auf unbestimmte Zeit nach Graz. Erna soll operiert werden, und ich soll ihre Gesellschafterin spielen. Erna macht mir jedoch meine Aufgabe recht leicht, denn ausser am Tage der Operation, wo sie recht elend ist, ist sie lustig und guter Dinge und unterhaelt mich eher als ich sie.

Ich besuche auch Vera, welche im Begriffe steht, in wenigen Tagen mit ihrer Mutter ihre Reise ueber die Schweiz und Frankreich nach England anzutreten.

Am 5. kommt Mama nach Graz, um Erna zu besuchen; sie wird am 9. das zweite Mal operiert und auch Mama kommt am 12. wieder, nimmt mich jedoch diesmal mit, da ich mit Papa nach Kaposvar darf. In Gross Kainszer treffen wir am 15. mit Onkel Michi und Tante Eugenie (born Poche Lettmayer) zusammen, und wir fahren nun gemeinsam nach Kaposvar.

Das Heim der Kaposvarer

Home of the Kaposvarer

Dort verbringen wir ein paar recht angenehme Tage. Wir sehen uns alles an, die Fabrik, die Stadt und Umgebung. Ich mache mit Dora und ihrer Gouvernante Besuche bei den mir aus dem SacreCoeur bekannten Kaposvarer Maedchen.

Die beiden Bemeczk und Julischka Bardso sind auch einmal zum Tee bei Kladniggs, und wir sind bei Bemeczk geladen. Die Herren gehen auf Treibjagden, Tante Eugenie begleitet sie groessten teils.

Einen schoenen Abend verbringen wir im Turul bei Zigeunermusik, und so ist der Tag der Abreise im Nu da. Am 20. faehrt Papa nach Hause und Onkel Michi und Tante Eugenie zu einem Staggellauf nach Triest.

Ich bleibe noch einige Tage, die wir auch recht angenehm verbringen. Wir begleiten Onkel zum Schnepfenstrich, gehen zum Weingarten, ins Kino und tun dergleichen mehr.

Am 24. trete ich meine Rueckreise an, (bis Gross Kainza in Begleitung von Doras Gouvernante).
In Pettau steige ich aus, um Tante Mitzis Namenstag dort zu verbringen. Ich treffe bereits Hans und Martha Kramer und Miko dort. Den Abend verbringen wir bei herrlicher Zigeunermusik.

Am naechsten Tag mache ich einen Besuch im Maedchenheim, wo man mich kaum wiedererkennt.
Um 10 Uhr Vormittags kommt Mama um aber gleich nach dem Diner mit mir wieder heimzufahren.

Ausflug zum Sturmannischen

An outing to the Sturmannischen

Onkel Michi und Tante Eugenie erwarten uns am Bahnhof.

Nun wird verschiedenes unternommen, die Hauptzeit aber natuerlich auf Auerhahnjagd verwendet und eines schoenen Morgens bringen sie auch einen prachtvollen Hahn nach Hause.

Ausserdem machen wir auch schoene Spaziergaenge und kommen so aufs Sturmannische. Bei einem solchen Spaziergang am Abend wird Papas Hund Hektor von einem Auto ueberfahren, was natuerlich grosse Trauer bei uns verursacht.

Am 1. April sind Statthaltereirat Baron Mueller und Oberingenieur Kibitsch bei uns zum Souper.

Am 3. April verlaesst uns Tante Eugenie, um zu Hause die noetigen Ostervorbereitungen zu treffen, waehrend Onkel Michi noch drei Tage bei uns bleibt.

OSTERN
Zu den Osterferien kommt nur Hansi nach Hause. Erna und Dora bleiben in Graz. Am Ostermontag fahren wir nach St. Peter zu Lenkos.

10. April
Tante Mitzi kommt um mit Papa auf den Auerhahn zu gehen. Sie kommen jedoch nicht zum Schuss. Am naechsten Tag kommen Tante Toni und Martha zu uns, um Tante Mitzi zu sehen. Sie bleiben alle bei uns zu Tisch.

13. April
Herr und Frau Dr. Breschar laden mich ein, um mit ihnen eine Wohltaetigkeitsvorstellung im Cilliner Stadttheater beizuwohnen. Ich folge dieser Einladung und bin hoechst befriedigt.

15. April
Onkel Michi kommt auf eine telegrafische Einladung Papas hin zum zweiten Mal auf Auerhahnjagd. Diesmal hat er ganz aussergewoehnliches Glueck. Neue Reviere werden durchstoebert, und Onkel Michi bringt einen zweiten, dritten und vierten Hahn nach Hause.

Father and Daniel Rakush

Am 23. April ladet Papa Daniel Rakusch auf Auerhahn ein. Sie sind jedoch diesmal nicht vom Jagdglueck begleitet.

24. April
Tante Tonis Namenstagsvorfeier. Wir sind alle zu Tisch geladen und treffen in St. Peter ausser Onkel und Tante: Mizi, Pepi, Martha und Hans Kramer und Betty Harpf mit Harthmut, ihrem Aeltesten.

Am Abend desselben Tages kommt Daniel Rakusch, um ein zweites Mal auf den Auerhahn zu gehen und bringt ihn am naechsten Morgen im Trimph nach Hause.

Erna und Dora Jezovnik im Sacré Coeur
Ges. der Ordensfrauen vom Heiligsten Herzen Jesu

Am 7. Mai fahre ich, auf einen Brief Ernas hin, ganz ploetzlich und unverhofft nach Graz um im SacreCoeur am Bazar den Photographen abzugeben.

Leider regnet es in Stroemen, und so bin auch ich mit meiner Kamera ans Zimmer angewiesen. Jenny Pichler hilft mir, und ich habe vollauf zu tun. Ja, es daemmert schon und noch nicht sind alle Wuensche befriedigt. Am 9. gehts wieder heim und ans Ausarbeiten der gemachten Aufnahmen.

Am 17. Mai besuchen uns Oberingenieur Kibitsch und Frau und bleiben zum Souper. Papa ist in Cilli beim Schuetzenfest. Am Tag darauf faehrt Mama nach Graz, um Erna im Sanatorium zu besuchen.

Am 25. Mai faehrt Martha Rakusch mit uns nach Eggenstein.
Fuer Pfingstmontag war eine Fahrt nach Adelsberg mit Baron Muellers beabsichtigt, die jedoch wegen Hansis und meiner Verkuehlung ins Wasser faellt.

1. Juni Kochausstellung
Ich bin zu Tisch bei Rakusch geladen.
Erna in Sanatorium Dr. Hansa (Koerblergasse Graz), in care of Matron Stuart, a close relative of the unhappy English Queen Maria Stuart.

Am 3. faehrt Mama, am 4. ich nach Graz um Erna im Sanatorium zu besuchen. Bei dieser Gelegenheit lerne ich die Generaloberin Stuart, eine nahe Verwandte der ungluecklichen englischen Koenigin Maria Stuart, kennen. Auch Martha Chernel treffe ich im SacreCoeur.

Am 7. Juni bin ich wieder zu Hause und nun beginnt Pruefungskochen, zu welchem abwechselnd Frau Rakusch und Frau Rauscher erscheinen. Ich soll mich auch daran beteiligen, obwohl ich nicht einmal waehrend der Haelfte der Lehrzeit die Kochschule besuchte.

Am 10. Juni wird mit Kl. Adler der Beginn gemacht. Alles faellt gut aus. Nach dem Diner fordert mich Frau Rakusch auf mit ihr zu gehen, und so bleibe ich bis zum Zug um 4.20 Uhr dort.


Family Rakusch is paying a visit to the Jezovnik family

Am 16. Juni sind Frau Rakusch, Martha und Daniel Rakusch bei uns zum Souper. Mit den beiden Damen machen wir vorher eine Spazierfaht nach Hofrain.

Am 17. Juni gebe ich mein Pruefungskochen, welches ganz gut ausfaellt. Die Zeit bis zum Zug verbringe ich wieder bei Rakusch.

Am 22. Juni verbringt Elsa Mossmann den Nachmittag bei uns.

Am 23. Juni kommt Onkel Lois Kladingg mit Tibi auf laengere Zeit zu uns, auch Oberst Ableitinger, aber nur auf ein paar Stunden.

Am 26. Juni faehrt Papa, Onkel Lois und Tibi auf drei Tage nach Graz.


Nun wird fuer die nahe Firmung geruestet. Die Eltern sind den beiden Kindern Oberingenieur Kibitsches Firmpate, Papa ausserdem noch einem Beamtensohn der Stadtmuehle und dem Sohn unseres Hausfaktorums Grobelnick. Auch ich bin Firmpate, und zwar zu einem kleinen, armen Bauernmaedchen aus der Umgebung Galiziens.

Nach der Firmung faehrt alles nach Arndorf, um den Tag dort zu verbringen. Jeder unterhaelt sich in seiner Weise. Die zwei Kibitsch Kinder finden ihren Hauptspass an Mausl, dem Ponny, welches sie einspannen und satteln, und recht gruendlich ausnuetzen. Auch Onkel Lois und Tibi verbringen diesen Tag mit uns, sie haben ihren Grazer Aufenthalt abgekuerzt. Am Abend verlaesst uns hochbefriedigt Jung und Alt.

2. Juli
Grossmama kommt, ich erwarte sie in Cilli am Bahnhof. Am naechsten Tag faehrt Onkel Lois nach Gastein um dort eine Kur zu gebrauchen. Tibi bleibt bei uns.

5. Juli
Baron Muellers machen uns einen Besuch.

9. Juli
Abschiedsdiner in der Kochschule, zu welchem Frau Rakusch erscheint. Am selben Tag bringt Mama (leider nur) Dora von Graz in Ferien, und die Moedlinger kommen nach Hofrain. Erna muss wegen ihrer Behandlung noch in Graz bleiben. Am Abend besuchen uns Sonnenberg und Kerschbaum.

12. Juli
Alle Kochschuelerinnen machen bei Frau Rakusch eine Dankevisite und verabschieden sich auch bei der Kochlehrerin Frl. Reiter.

13. Juli
Tibi faehrt heim und Tags darauf macht auch Papa (in Muehlenangelegenheiten) eine Reise nach Kaposvar und Budapest.

Hansi und ich fahren am Abend nach Deutschenthal um dort ihren Besuch zu erwiedern, und sie und Herrn Kerschbaum, Studiengenosse Sonnenbergs aus Graz, zur Tennispartie am naechsten Tag einzuladen, zu der sie auch puenktlich erscheinen.

Am 16. Juli besuchen uns abermals Baron Muellers.

17. Juli
Sehr heiteres Bad mit einer Gans, die wir Rebeka tauften, und die wir am Rad bis zum Badeplatz mitnehmen. Am selben Tag besucht uns Onkel Pepi, und wir sehen Tante Mizi auf der Durchfahrt am Bahnhof in Petrovce. Am Abend fahren wir nach Deutschenthal zum Tennisspiel.

Am 18. Juli sind Grete und Franzi bei uns.

19. Juli
Gustl Kibitsch kommt zu uns. Am Nachmittag haben wir mit den Hofrainern Rendezvous am Badeplatz. Hierauf ist grosse Pause in Arndorf.

Die Hofrainer Kinder kommen nun abwechselnd von Zeit zu Zeit auf einen Tag zu uns, was ihnen viel Spass zu machen scheint.

21. Juli
Kaltes unfreundliches Wetter. Ingenieur Rakusch, der die Absicht hatte, zu uns zu kommen, sagt ab. Nun fahre ich oefters nach Cilli zum Zahnarzt.

23. Juli
Sonnenbergs und deren Vetter, namens Fuerth, spielen bei uns Tennis.

Am selben Tag kommt Erna aus Graz. Sie ist jedoch noch nicht geheilt, sondern nur so weit, dass sie sich bis auf weiteres allein behandeln kann.

Dr. Breschar

Am 24. Juli um 4 Uhr nachmittags kommt Dr. Breschar mit seiner Familie und bleibt zum Souper. Ich photographiere die beiden Jungen, und waehrend ich in der Dunkelkammer stecke, macht Baron Puthon uns einen kurzen Besuch.

Am 25. verbringt Tante Fanna den Tag bei uns, um 4 Uhr haben wir mit den Hofrainern Randezvous am Badeplatz; am Abend Tennispartie in Deutschenthal.

Am 27. Juli abends sind Onkel Pepi und Grete bei uns.

28. Juli
Ingenieur Rakusch besucht uns und bleibt zum Souper.

29. Juli
Grete Sonnenberg und ihr Vetter kommen auf eine Tennispartie zu uns.

30. Juli
Papa und ich fahren am Abend nach St. Peter.

31. Juli
Tante Fanna und Grete verbringen den Tag bei uns. Am Nachmittag machen die Kinder einen Ausflug aufs Sturmannische.

5. August
Gretes Geburtstag. Dora und Gustl Kibitsch sind den ganzen Tag in Hofrain. Erna und ich kommen nach und bringen einen guten Eiskaffee mit, der den Kindern trefflich mundet.

Eggenstein

Family excursion to Eggenstein

Am 6. August fahren Grossmama, Hansi und ich nach Eggenstein, um dort wieder alles in Ordnung zu bringen, zu reinigen, von Schaben und Motten zu schuetzen etc. Ich muss fuer die Befriedigung unserer Maegen sorgen. In der Frueh machen Hansi und ich gewoehnlich einen Ausflug.

Am 7. fahren wir per Rad in die Huda Lukna, bedauern nur in die Grotte nicht weit vordringen zu koennen, da von der Bruecke aus frueheren Jahren nur mehr Pfloecke vorhanden sind.

Am 8. August machen wir einen herrlichen Spaziergang zu den beiden Ruinen Schallegg und Eggenstein und besteigen den Gosnik.



Am 9. August machen wir in aller Frueh eine Radpartie ueber Woellan und Schoenstein nach Bad Topolschitz. Erst nach mancherlei Irrund Umwegen gelangen wir ans Ziel.

Topolschitz ist ein kleines Bad, in einem netten kleinen Tal, mit schoenen Anlagen, aber ziemlich verwachsen, so das von den Gebaueden nicht viel zu sehen ist; ebenso von den Badegaesten, es sind noch nicht viele dort.

Wir sehen uns alles nur oberflaechlich an und kehren dann wieder nach Eggenstein zurueck, um ein Mittagsmahl fuer die Hofrainer, Erna, Dora und Gustl Kibitsch vorzubereiten, welche eine Landpartie nach Eggenstein machen wollen.

Burg-Ruine Schalleg bei Wöllan

Um 11 Uhr vormittags erscheinen sie trotz des unsicheren Wetters. Nach einem heiteren Mittagsmahl vor dem Schloss, machen wir einen Spaziergang zur Ruine Schalleg und Eggenstein, wo gejausert wird. Dann pflueckt alles fleissig Zyklamen, die es dort in Huelle und Fuelle gibt. Am Abend verlassen sie uns recht befriedight und in heiterer Laune.

10. August
Mama kommt nach Eggenstein, um Grossmama abzuholen.

An diesem Tage leisten Hansi und ich sehr viel. In der Frueh machen wir einen schoenen Spaziergang ueber die Berge nach St. Johann am Weinberg.

Wieder in Eggenstein setzen wir uns aufs Rad, um ueber Woellan und Schoenstein nach Kitzdorf zu fahren und dort den Oelberg zu besteigen. Es regnet zeitweise.

Nach zweistuendiger ziemlich beschwerlicher Wanderung langen wir oben an. Die Aussicht ist leidlich gut, obwohl es regnet, und das Tal teilweise in Nebel gehuellt ist.

Immerhin ganz befriedigt kehren wir nach Kitzdorf zu unseren Raedern zurueck und fahren nun heim, wo wir gemaess der fast 14 stuendigen Wanderung recht ermuedet anlangen.

12. August
Dr. Goslett ist bei uns auf der Jagd, um einen Hund zu probieren.

13. August
Ich bin den ganzen Tag am Hopfen. Zu Mittag sind Papa, Erna, Dora und die Hofrainer in Pireschitz. Onkel Pepi und Franzi kommen aus Cilli und bleiben bei uns. Waehrend meiner Abwesenheit besucht Baron und Baronin Puthon Grossmama bei uns.

14. August
Frau Ferz und Mizi verbringen ein paar Stunden am Nachmittag bei uns.

15. August
Hansi geht das erste Mal mit Papa auf die Jagd.

16. August
Tante Fanna und Hugo verbringen den Tag bei uns. Feldmarschall Kuchinka besucht Grossmama als ein entfernter Verwandter.

17. August
Dr. von Jabornegg und Dr. von Goslett sind mit Papa auf der Jagd und bleiben zum Souper.

18. August
Grossmama geht auf laengere Zeit nach Hofrain. Hansi geht wieder auf die Jagd und schiesst eine Elster.

19. August
Ich mache Else Mossmann in Cilli einen Besuch. Am Abend fahre ich auf ein paar Augenblicke nach Hofrain.

Hansi's very first experience as a hunter

Am 22. August sind wir Kinder mit Papa in Hofrain, um Tante Fannas Geburtstag zu feiern.

Wir verbringen ein paar recht angenehme Stunden, kehren aber schon um 4.00 Uhr wieder nach Hause; da sich Ingenieur Rakusch fuer den Abend angesagt hat. Er bleibt zum Souper. Da es aber anfaengt zu regnen, so faehrt er nicht per Rad heim, sondern wird von uns per Wagen gefuehrt. Sein Rad wuenscht er in den naechsten Tagen selbst abzuholen.

Am 23. August faehrt Papa abermals zu einer Muehlensitzung nach Kapusvar.

Am 24. August mache ich mit Miss Christian einen herrlichen Spaziergang in den Teufelsgraben bei Cilli.

Am 25. kommen Herr und Frau Dr. von Jabornegg jagen zu uns und bleiben zum Souper.

29. August
Papas Namenstag. Tante Mizi und Tante Toni mit Mizi sind zur Feier des Tages bei uns. Auch Hugo ist anwesend, der waehrend der drei Tage, welche seine Eltern in Klagenfurt zubringen, bei uns in Arndorf weilt.

Am Abend kommt Ingenieur Rakusch sein Rad holen.

Am 1. September sind alle Hofrainer geladen, und auch meine englische Lehrerin Miss Christian kommt zum Diner.

Am 5. September mache ich mit Miss Christian einen netten kleinen Ausflug nach St. Kunigund.

Am 6. September sind Oberingenieur Kibitsch und Dr. Michel bei uns zum Souper.

Am 8. September besuche ich Mizi Ferz in Mayerberg.

9. September
Tante Fanna verbringt den Tag bei uns. Ich fahre nach Cilli, um ein paar Besuche zu machen.

10. September
Papa faehrt zur Sitzung nach Kaposvar; bei seiner Rueckkehr am 11. findet er Professor Lesky mit seinem Sohn bei uns zu Besuch. Sie bleiben fuenf Tage bei uns.

16. September
Tante Fanna kehrt mit den vier Kindern wieder nach Moedling zurueck. Onkel Pepi bleibt noch einige Zeit. Am Nachmittag machen wir Tennisspieler unseren Abschiedsbesuch in Deutschental.

Am 18. September begleiten Mama, Erna und ich Dora nach Graz zurueck. Erna bleibt dann noch einen Monat zu Hause, um sich zu erholen.

24. September
Oberts von Ableitinger macht uns seinen allmonatlichen Besuch.

25. September
Mama und ich machen bei Frau von Jabornegg unseren ersten Besuch.

Am 29. sind Woggs zur Jause, Dr. von Jabornegg und Frau und Dr. Goslett zum Souper.

Am 9. Oktober besuche ich Mizi Ferz.

Am 11. Oktober bin ich bei Else Mossmann zum Tee.

Am 25. Oktober muss Erna zurueck nach Graz. Mama und ich begleiten sie.

Am 22. und 25. mache ich Besuche in Cilli.

Am 29. und 30. Oktober ist Oberts von Ableitinger bei uns. Erni fragt mittels einer Karte aus Abbazia, (wo er auf Erholung weilt) an, ob uns sein Besuch angenehm waere, worauhin Papa ihn einladet.

Erni Manner (Ernst von Manner)

Erni Manner (Ernst von Manner)
30. Oktober
Erni kommt der neue Onkel!

Alles gefaellt ihm gut, er fuehlt sich wohl bei uns, und auf Papas Aufforderung verlaengert er sehr gerne seinen Arndorfer Aufenthalt von 2 Tage auf 8 Tage. So gut es eben geht, wir d er als Jaeger adjutiert, und dann wird fleissig gejagt.

Am 3. November fahre ich nach Mayerberg und erhalte dort zu meiner groessten Freude von Herrn Ferz Reitunterricht.

Am 5. November besuche ich Martha, woraufhin sie und Frau Rakusch zum Souper zu uns kommen. Erni besorgt dabei grossartig die Unterhaltung.

10. November
Daniel Rakusch ist bei uns auf Brakierjagd und schiesst einen Rehbock.

Aunt Johanna in her home in Kaposvar

13. November
Ich fahre nach Kaposvar und komme nach 12 stuendiger Fahrt gluecklich dort an. Tante Johanna und Dora erwarten mich am Bahnhof.

Wir verbringen ein paar recht angenehme Tage. Doras Freundinnen besuchen uns; wir besuchen sie. Wir hoeren ein schoenes Konzert, bei welcher Gelegenheit ich das Kaposvarer Theater kennenlerne. Auch eine grosse, sehr interessante Gesundheitsausstellung haben wir Gelegenheit uns anzusehen, und nur zu schnell vergeht die Zeit.

Am 19. November kommt Papa, wohnt der Muehlensitzung bei, und am 20. fahren wir fort, um am 21. frueh zu Hause zu sein.

Nun wird in aller Eile umgepackt, um am naechsten Tag nach Wien zu fahren.

Am Abend grosse Ueberraschung. Ich bekomme von Vera ein Telegramm aus Graz, waehrend ich sie noch in England vermutete, sie gratuliert mir zum Geburtstag.

Dora Jezovnik, who later was married to a certain Mr. Wagner.
Her son Herbert Wagner was born on Jan. 15, 1923 in Unzmarkt, Steiermark and is married to Nicolasine, geb. Frn. von Tautphoeus in Muenchen.

Am 22. November auf der Reise nach Wien halte ich mich in Graz ein paar Stunden auf, um Erna im Sanatorium, Dora im SacreCoeur und Vera zu besuchen; letztere treffe ich jedoch nicht zu Hause an.

Die Fahrt von Graz nach Wien verlaueft recht angenehm in Gesellschaft von Grossmama und Frau Dr. Kiebl, welch letztere ich erst bei dieser Gelegenheit kennenlerne. In Wien erwartet uns Onkel Pepi und bringt uns die wenig erfreuliche Nachricht, dass bei Poches alles krank ist, also schlechte Aussichten auch fuer mich, aber ich unternehme nun einfach alles allein.

So verbringe ich ganz angenehme Tage, besuche Museen, Ausstellungen, mache Einkauefe, mache einmal dieser, einmal jener Tante einen Besuch und der gleichen. Am Abend gehe ich oefters ins Theater, abwechselnd in Begleitung von Grossmama, Onkel Pepi und den beiden Franzoesinnen Leonie und Ruehlmann. Ferner laden mich Tante Tezi und Onkel Eugen je einmal in die Oper ein. So bekomme ich zu sehen: Carmen, Puda, Lohengrin, die Wallkuere, den Gaukler unserer lieben Frau, und die Jahreszeiten der Liebe, den Zigeunerbaron, den kleinen Koenig, und die fuenf Frankfurter.

Bei Tante Madeleine verbringe ich viele gemuetliche Stunden. Auch Tante Fanna kommt oefters in die Stadt und bringt abwechselnd eines der Kinder mit.

Tante Lita Pfungen ladet mich zum Diner ein. Auch mit Martha Rakusch, welche auch gerade in Wien weilt, komme ich zusammen.

Am 28. November erhalten wir die schreckliche Nachricht von Ernis ploetzlichem Tod.

MOEDLING

Den. 1. 2. und 8. Dezember verbringe ich in Moedling bei Onkel Pepi und Tante Fanna.

Wir gehen mit den Kindern ins Kino, machen schoene Spaziergaenge und verbringen die Zeit in angenehmer Weise. Auch in die Hinterbeuchl wandere ich hinaus, um die ehemalige Villa Tante Madeleines zu sehen.

10. Dezember
Mama kommt. Nun vergehen drei Tage mit Kommissionen und Besuche zu machen.

Am 12. Dezember sind wir bei Tante Madeleine zum Diner, zugleich mit Grossmama, Tante Fanna, Onkel Eugen und Tante Eugenie, welche aus Galizien gekommen ist, um Toni in die Weihnachtsferien abzuholen.

13. Dezember Heimreise
In Graz am Bahnhof sehe ich Vera Bethlen.

27. Dezember
Dr. Breschar ist zum Souper bei uns.

Hunting party in the woods of Gorizia
Attending hunters are: Rauscher, Dr. von Racic, Major Sorenzl, Rakusch, the two Gosletts and Dr. Schurbi, Dr. von Jabornegg, Stiger and Ferz.

29. Dezember
Grosse Brakierjagd im Goritza Wald. Dann JagdDiner in Arndorf, zu dem auch Martha Rakusch und ihr nicht jagender Bruder kommt.

An Jaegern kommen die Herren: Rauscher, Dr. von Racic, Major Sorenzl, Rakusch, die beiden Goslett und Dr. Schurbi.

Die Herren Dr. von Jabornegg, Stiger und Ferz nehmen nur an der Jagd teil.

Das Jahr 1913
2. Januar
Ich begleite Erna und Dora zurueck nach Graz und ins SacreCoeur. Der Schnellzug ist ueberfuellt, so dass kaum ein Platz zu finden ist, und in Spielfeld heisst es auf einmal: Die Lokomotive ist heiss gelaufen, was die unangenehme Folge eines fast zweistuendigen Aufenthaltes hat.

Vera Bethlen

In Graz besuche ich, nachdem ich Erna und Dora gewissenhaft im SacreCoeur abgegeben habe, Vera Bethlen und werde von ihrer Mama aufgefordert, zum Souper zu bleiben, welches wir mit ihrer Schwester Graefin Kinsky, deren beiden Toechtern und Veras Bruder einnehmen.

Die Nacht verbringe ich im SacreCoeur. Wieder zu Hause lasse ich mich in die Cillier Naehschule einschreiben, um dieselbe nun woechentlich 5 mal zu besuchen.

4. Januar
Baron Cnobloch sieht sich Pferde bezugs Kauf bei uns an und bleibt zu Tisch.

Nachmittags fahre ich nach Cilli, um meine Bekannten zu besuchen.

Am 5. Januar nachmittags verbringen Mizi Ferz und ein ihr bekanntes Maedchen den Nachmittag bei uns.

Am 7. Januar wohne ich mit Frau Rakusch, Martha, Frau und Frauelein Pospichal einer von ihnen verantstalteten Christbescherung im Kindergarten in Cilli bei.

8. Januar
Martha ladet mich ins Theater ein (Zohut tanzt Walzer), und vorher bin ich dort zum Souper.

9. Januar
Ich besuche Mizi Ferz in Mayerberg.

11. Januar
Frau Woschnagg und Ilse machen uns ihren ersten Besuch. Am Abend sind wir im Deutschen Haus, wo vom Geselligkeitsverein ein Abend mit anschliessendem Tanz verantstaltet wird.

Am 15. Januar bin ich wieder in Mayerberg.

Am 17. Januar machen Mama und ich bei Rakusch unseren Besuch, am darauffolgenden Tag bei Woschnagg.

Am 18. abends ueberrascht uns Rittmeister von Pfeiffer, ein Freund Papas, und bleibt zum Souper.

Am 19. Januar verbringt Erika von Klimbacher den Nachmittag bei uns.

22. Januar
Mama und ich fahren mit Frau und Martha Rakusch nach Graz Besorgungen machen, Erna und Dora besuchen; ich suche auch Vera Bethlen auf.

1. Februar
Greta Bouvier und Else Mossmann sind zum Tee bei uns, ich bringe sie per Wagen nach Cilli zurueck.

4. Februar
Wir sehen uns den Faschingszug bei Frau Rakusch an und bleiben dort zum Tee. Am Abend gehen wir ins Deutsche Haus, wo ein Walzerabend verantstaltet wird.

8. Februar
Erika von Klimbacher, Else Mossmann und ich sind bei Bouvier zum Tee, und am 9. verbringe ich den Nachmittag bei Woschnagg.

10. Februar
Frau Rakusch ist bei uns zum Souper, und waehrend desselben ueberrascht uns Ingenieur Rakusch.

In der Nacht verlaesst uns Papa, um zur Sitzung nach Kaposvar zu fahren. Von dort aus macht er noch eine kleine Reise ins Innere Ungarns um die Saaten zu studieren.

11. Februar
Mizi Ferz besucht mich, und wir machen eine Spazierfahrt nach Hofrain.

13. Februar
Ich fahre nach Mayerberg, treffe dort Dickin, der mit seinem Auto Frau Dr. Kiebl und Resl Donner gebracht hat; so verbringen wir ein paar gemuetliche Stuendchen. Ich bleibe zu Tisch dort und fahre Nachmittags nach Cilli, wo ich auf Tee bei Mossmann geladen bin. Dort treffe ich Greta Bouvier, Frau Burghaufer und Dickin.

14. Februar
Zu meinem grossen Erstaunen treffe ich Elly Matuschka in der Naehschule.

15. Februar
Wir besuchen das Schuetzenkraenzchen in Cilli.

16. Februar
Ilse Woschnagg verbringt den Nachmittag bei uns. Wir besuchen die Unterhaltung und Mizi Ferz mit uns, da ihre Eltern verreist sind.

Die Gesellschaft ist animiert, der Saal herrlich geschmueckt. Wir unterhalten uns gut, tanzen zur Genuege und kehren hochbefriedigt und reich mit Blumen beladen heim.

Am 25. Februar sind Mizi Ferz und Ferko tagsueber bei uns. Nachmittag kommt Dickin und wir machen zusammen einen Spaziergang zur Sann.

Am Abend trifft Oberts von Ableitinger ein, sein Allmonatsbesuch.

26. Februar
Ich verbringe einen schoenen Abend bei Woschnagg, wo ich ins Theater und vorher zum Souper geladen bin.

3. Maerz
Ich fahre nach Graz, um die Retraite der Damen Marienkinder mitzumachen. So komme ich mit vielen alten lieben Bekannten zusammen, so auch mit Vera Bethlen. So vergeht die Zeit rasch und angenehm.

Waehrend meiner Abwesenheit kommt Onkel Lois wegen Erbschaftsverhandlungen und wohnt bei uns.

Am 7. Maerz bin ich wieder zu Hause, um am 8. den Jaeger Ball in Cilli mitzumachen.

Am 9. Maerz besuche ich Mizi Ferz.

Am 18. Maerz kommen Erna und Dora das erste Mal fuer die Osterferien nach Hause.

Elly Matuschka

19. Maerz
Elly Matuschka kommt um 1 Uhr mit dem Zug zu uns, und wir verbringen einen recht angenehmen Nachmittag miteinander.

Das schlechte Wetter (es hat ueber Nacht stark geschneit) stoert uns nicht, und wir machen eine Wagenfahrt nach Hofrain.

Am 22. Maerz mache ich meinen ersten Besuch bei Matuschka und gehe dann auf einen Moment zu Rakusch.

Ostern vergeht bei uns recht ruhig.

Am 25. Maerz faehrt Papa nach Pettau zu Tante Mizis Namenstagsfeier und am darauffolgenden Tag verlassen uns Erna und Dora, um wieder nach Graz zurueckzukehren.

Mama begleitet sie nach Cilli und sieht per Zufall Onkel Viktor und Tante Karoline, welche mit demselben Zug von Abbazia wieder nach Wien fahren.

Am 27. Maerz besuche ich Mizi in Mayerberg.

28. Maerz
Onkel Michi kommt zu uns auf Auerhahnjagd.

29. Maerz
Martha ladet mich ein mit ihr und Elly Matuschka in den Weingarten zu gehen. Vormittags mache ich noch einen schoenen Spaziergang und speise hierauf bei Rakusch.

Elly kommt erst nach Tisch, und wir machen uns hierauf auf den Weg zum Weingarten, wo wir ein paar recht angenehme Stunden verbringen.

Uncle Michi and my mother's cousin Carl Ripp

Am 1. April kommt Mamas Vetter Carl Ripp ebenfalls auf Auerhahnjagd. Als guter Gesellschafter weiss er alle gut zu unterhalten, und unterhaelt sich aber scheinbar selbst auch ganz gut. Es gefaellt ihm bei uns.

Uncle Michi and Carl with their kill.

Die Hauptaufmerksamkeit wird natuerlich der Jagd zugewandt, und sowohl Onkel Michi als auch Karl sind vom Erfolg begleitet. Jeder schiesst seinen Hahn.

Am 4. April ladet Papa Daniel Rakusch auch auf Auerhahn ein. Er hat jedoch kein Jagdglueck.

Am 5. April verlassen uns Onkel Michi und Carl, um wieder nach Galizien ins Regiment zurueckzukehren.

Ich begleite sie bis Cilli und bleibe dort, um den Nachmittag bei Elly Matuschka zu verbringen.

Am 8. April fahren Mama und ich um 3 Uhr in der Frueh nach Graz, um aber am Abend um 7 Uhr wieder in Cilli zu sein.

Wir besuchen Erna und Dora im SacreCoeur und bekommen sie auch auf ein paar Stunden heraus, und so werden die Besorgungen in Kompanie gemacht.

10. April
Oberts von Ableitinger macht uns seinen allmonatlichen Besuch, um den Follenhof zu inspizieren.

Engagement Olly Matuschkas with Oblt. Hoffmann on 10. April 1913.

12. April
Oblt. von Deutsch speist bei uns. Um 1 Uhr mit dem Zug kommen Erika von Klimbacher und Elsa Mossmann, um bei miserabelstem Wetter den Nachmittag bei uns zu verbringen.

Am 13. April besucht uns Frau Rakusch (Martha ist in Lussin).

Am 16. April mache ich mit Ilse Woschnagg eine angenehme Wagenfahrt nach Eggenstein.

Am 19. April geht Papa mit Daniel Rakusch auf Auerhahn, aber wieder erfolglos.

Am 20. April fahren die Eltern nach Graz zum Begraebnis Notar Kleinhans. Mama bleibt hierauf noch einen Tag in Graz, um Besorgungen zu machen, waehrend Papa in Muehlenangelegenheiten mehrere Tage nach Ungarn reist.

So bin ich ganz allein zu Hause. Am Nachmittag kommt Elly heraus. Wir fahren aus und besuchen den Follenhof, Hofrain und Pireschitz.

Am 26. April geht Daniel Rakusch mit Papa auf den Auerhahn. Ich verbringe ein paar recht angenehme Stunden bei Elly Matuschka.

Am 27. kommt es endlich zur Ausfuehrung des laengst beabsichtigten Ausflugs auf die Mercliza. Hansi und ich machen uns bei ziemlich unsicherem Wetter auf den Weg, werden auch gluecklich vom Regen erwischt. Oben angekommen, geniessen wir eine leidlich gute Aussicht, aber kehren immerhin ganz befriedigt, wenn auch klatsch nass, heim.

28. April
Daniel Rakusch schiesst in unserer Jagd einen Auerhahn. Am Nachmittag kommt Tante Mizi und Anny von Fichtenau aus Pettau, um auch auf Auerhahn zu gehen.

Am naechsten Tag fahren unsere beiden Gaeste, Papa und ich zu Tante Tonis Namenstag nach St. Peter.

1. Mai
Abgeordneter Maikhl und Vizebuergermeister Rauscher gehen mit Papa auf Auerhahn, kommen aber nicht zum Schuss.

4. Mai
Martha Rakusch ueberrascht uns kurz vor dem Souper.

6. Mai
Mama und ich fahren um 3 Uhr in der Frueh nach Graz, um Besorgungen zu machen und die Geschwister zu besuchen, und sind am Abend um ½ 8 Uhr wieder zu Hause.

11. Mai Pfingstsonntag.
Matuschkas laden mich zum Tee, und wir verbringen in vergnuegtester Stimmung ein paar gemuetliche Stunden, um so mehr, da Olly nach laengerer Trennung wieder mit ihrem mittlerweile zum Hauptmann ernannten Brauetigam vereint ist.

Am 12. Mai sollte Familie Dr. Breschar vor ihrer Abreise nach Wien noch einen Nachmittag bei uns verbringen, was jedoch wegen des schlechten Wetters nicht zur Ausfuehrung kommt und verschoben werden muss.

Am 17. Mai kommt Vera Bethlen mit ihrer Mama, um bei Cnoblochs mit mehreren anderen Maedchen, einen von der Baronin selbst geleiteten Haushaltungsunterricht zu geniessen.

Ich erwarte sie in Cilli am Bahnhof. Am naechsten Tag verbringt Vera den Nachmittag bei uns.

Am 18. Mai faehrt Onkel Lois mit Dora zum Zuckertag nach Triest. Papa begruesst sie am Cillier Bahnhof.

Am 19. Mai faehrt Papa auf eine telegrafische Einladung seines Freundes Baumann zum Abschuss des kleinen Hahnes nach St.Leonhardt im Lavanthal. Ich darf zu meiner Freude mit.

Nach fast 7 stuendiger Fahrt kommen wir dort bei wolkenbruchartigen Regen an. An eine Auffahrt zur Alm ist nicht zu denken. Die Nacht bringt anstatt Besserung Schnee.

Am naechsten Tag sehen wir uns den "Pernerhof" in seiner luxurioesen Einrichtung an und machen einen schoenen, wenn auch nassen Spaziergang nach Lichtengraben.

Da die Wetteraussichten recht trostlos sind, treten wir am Nachmittag unverrichteter Sache unsere Rueckfahrt an.

24. Mai
Papa und ich fahren abermals nach St. Leonhard. Vor unserer Abreise erhalte ich noch eine Ansage Veras fuer den 24. und eine Einladung von Martha Rakusch fuer den 25. Ich sage natuerlich beiden ab.

Auf der Alm

R. Baumann and Papa at the train statiion in St. Leonhard

Diesmal sind wir vom Wetter beguenstigt, nur habe ich leider einen wehen Fuss, so dass ich nur mit Hilfe eines Stockes gehen kann. Trotzdem steige ich mit Papa in der Nacht auf. Die Haehne haben aber ungluecklicher Weise gerade an diesem Morgen ihren Balzplatz geaendert, und so kommt Papa nicht zum Schuss. Aber interessant und schoen war es doch, die Haehne in ihrem Spiel vom Schirm aus zu beobachten und dann den Sonnenaufgang auf der Alm mit anzusehen.

Mit Ach und Krach zu Hause wieder angekommen, habe ich nun das Vergnuegen acht Tage in Pantoffel herumzugehen, um meinen Fuss zu kurieren.

Elly besucht mich waehrend dieser Zeit einmal, da ich natuerlich nicht in die Naehschule kann.

Am 3. Juni kommt Elly auf ein paar Tage zu uns. Wir verbringen die Zeit recht angenehm, aber die Naehschule wird nicht geschwaenzt.

Am 4. kommt auch Olly heraus, und wir fahren mit ihr nach Hofrain.

Am 5. besucht uns Oberst von Ableitinger.

In der Nacht faehrt Mama nach Graz, um Erna im Sanatorium zu besuchen, ist jedoch am Abend schon wieder zu Hause. Zum Souper sind Kibitsch bei uns und bleiben bis gegen Mitternacht den neuen Baurat feiernd.

Am 7. Juni verbringt Olly den Nachmittag wieder mit uns; wir beabsichtigen eine Fahrt nach Eggenstein, die jedoch wegen angeblicher Uebernaechtigkeit des Kutschers ins Wasser faellt; am Abend verlassen uns die beiden wieder.

Vera Bethlen

Am darauffolgenden Tag, den 8. Juni, besucht mich Vera, und am 10. nach langer Zeit wieder einmal Mizi Ferz.

Am 13. Juni fahre ich nach Graz, um Erna im Sanatorium zu besuchen.

Sie ist bereits so weit, dass sie ausgehen kann und lustig und guter Dinge. So machen wir einen Besuch im SacreCoeur, um die Mutter und Dora zu sehen, dann werden Besorgungen gemacht.

Die Nacht verbringe ich mit Erna im Sanatorium und fahre am naechsten Tag um 1.00 Uhr wieder heim.

Grossmama kommt mit demselben Zug von Wien, um ihren Sommeraufenthalt in Arndorf anzutreten.

Den 16. 17. und 18. Juni verbringt Vera bei uns. Die anderen Maedchen bei Cnobloch machen in diesen drei Tagen einen Ausflug ins Logertal.

Wir verbringen die Zeit recht angenehm. Wir spielen Tennis, gehen oder fahren spazieren, baden in der Sann und machen dergleichen mehr, so dass die drei Tage im Nu dahin sind.

Am 21. Juni verbringe ich den Nachmittag bei Ilse Woschnagg.

Am 22., Sonntag, kommt Vera am Nachmittag zu uns, um aber schon um 6 Uhr uns wieder zu verlassen.

Mit demselben Zug, mit dem Vera wieder nach Sannegg (Zovnek) faehrt, kommt Dr. Breschar sammt Frau und Kinder zu uns, um zum Souper zu bleiben. Sie machen uns zugleich ihren Abschiedsbesuch vor ihrer Uebersiedlung und Abreise nach Wien, wo Dr. Breschar nun eine Stelle im Ministerium inne hat.

Major von Pfeiffer and my grandmother (Jezovnik)

Am 26. Juni besucht uns Major von Pfeiffer, um 3 Tage zu bleiben, erledigt aber zugleich auch geschaeftliches.

Am 27. machen uns Olly und Elly Matuschka ihren Abschiedsbesuch vor ihrer Abreise nach Kodein bei Sauerbrunn, wo sie im eigenem Weingarten den Sommer verbringen.

Taking a walk at the River Sann

Am 1. Juli ist Pferdepraemierung in Sachsenfeld, nach Beendigung welcher die Herren von Kosmanit, von Schrott, Stabstierarzt Lesky und Tierarzt Gas zu Tisch zu uns kommen.

Am 3. besucht uns Oberst von Ableitinger mit seiner Tochter.

4. Juli
Baronin Cnobloch fordert Mama auf, mich auf 10 Tage nach Sannegg (Zovnek) zu erlauben, wir danken jedoch fuer die Einladung, da ich die Naehschule momental nicht lassen kann, und Vera kommt statt dessen am 9. auf eine Woche zu uns.

Am 11. faehrt Mama nach Graz, um Erna und Dora in Ferien zu bringen.

Am 12. kommt Tibi auf 14 Tage. Nun wird fleissig Tennis gespielt, baden gegangen, ausgefahren (nach Eggenstein, Neuhaus, Steinbruch), spazieren gegangen und ueber das schlechte Wetter gejammert.

In der Naehschule mache ich rasch meine angefangenen Sachen fertig und verabschiede mich.

Am 15. Juli besucht uns Dr. Fasching, und Onkel Pepi and Tante Fanna sind zum Souper bei uns.


Am 16. Juli fahre ich in Begleitung von Pepi Lenko nach Sauerbrunn, um einige Tage bei Matuschkas im Weingarten zu verbringen. Bei stroemenden Regen kommen wir oben an und sind auch den naechsten Tag ans Zimmer gebunden.

Am 18. Juli faehrt Olly auf einen Monat nach Wien. Elly und ich begleiten sie zum Bahnhof und treffen in Sauerbrunn Dr. Matschek, der am Nachmittag nach Kodein kommt, und mit uns einen recht gemuetlichen Nachmittag verbringt. Das Wetter ist schoen, und ich habe Gelegenheit die prachtvolle Aussicht vom Weingarten aus zu geniessen.

Am naechsten Tag gehen wir wieder nach Sauerbrunn und haben am Nachmittag in Kodein als Gaeste: Frau Obst. Rozamely, deren Schwester I. Fuhrmann, und Obst. Haberbitz. Als Revange laden sie uns am naechsten Tag zur Jause nach Sauerbrunn, wobei uns auch Gelegenheit geboten wird, ein Fussballwettspiel vom Offizierskurhaus mit anzusehen.

Wir sollten auch ins Theater gehen, was aber, wegen der Umstaendlichkeit des Uebernachtens und wegen meiner knapp bevorstehenden Abreise leider nicht durchgefuehrt werden kann. Der naechste Morgen aber bringt schlechtes Wetter, so dass ich gezwungen bin, meine Heimfahrt um etliche Stunden zu verschieben.

Obst. Haberbitz, Frau Obst. Rozamely, her sister I. Fuhrmann, Frau Matuschka and Elly

Am Cillier Bahnhof treffe ich Vera und ihre Mutter, welch letztere eben aus Graz kommt, um einige Tage mit Vera in Sannegg zu verbringen.

Zu Hause angekommen, finde ich Baronin Puthon bei uns.

Am 23. Juli verbringen Else und Elly Wogg den Nachmittag bei uns.

26. Juli
Grosses Guljas Essen in Pireschitz, zu dem auch die Hofrainer kommen.

Am 27. Juli machen Mama und ich bei Dr. Fasching und Woschnagg Besuch, treffen aber niemand zu Hause an und gehen hierauf zu Rakusch.

Am 28. verlaesst uns Tibi.

Am 29. Juli sind Frau Rakusch, Martha und Daniel Rakusch zum Souper bei uns.

5. August
Vorabend zu meiner Eltern Silbernen Hochzeit. Die Arndorfer Feuerwehr und Papas Jaeger machen den Eltern eine Ueberraschung und gratulieren unter Musikbegleitung, Pollerschuessen und Hochrufen.

Die Hofrainer

The Hofrainers

Am 20. August feiern Grossmama und wir Arndorfer Kinder, Tante Fannas Geburtstag in Hofrain.

Am 21. August sind Dr. von Jabornegg und Dr. von Goslett zur Jagd bei uns und bleiben hierauf zum Souper.

Am 25. August ueberrascht uns Martha Rakusch mit ihrem Besuch, trifft mich aber gerade nicht zu Hause.

Den 28. August verbringt Vera bei uns.

Am 29. August kommen Sonnenbergs zum Tennis.

Am 31. August sind wieder die Herren Dr. von Jabornegg und Dr. von Goslett zur Jagd und zum Souper bei uns.

Am 1. September verbringe ich den Tag in Hofrain, um mit Grossmama und Hansi an der Geburtstagsfeier Fannys mitzuhelfen.

Am Abend kommt Liesl Baumann, um vier lustige Tage bei uns zu verbringen. Wir sehen uns mit ihr die Landwirtschaft an, fahren nach Hofrain, Eggenstein und Follenhof und dergleichen mehr. Auch Sonnenbergs kommen waehrend der Zeit einmal zum Tennis.

Am 7. September sind alle Hofrainer bei uns zu Tisch und am Nachmittag kommen die Herren: Daniel Rakusch und die beiden Goslett zu uns auf die Jagd und bleiben zum Souper.

Am 13. September sind Sonnenbergs mit Cousin Furth wieder zum Tennis bei uns. Mama faehrt nach Cilli und ueberrascht mich mit Martha Rakusch, welche zum Souper bei uns bleibt.

Am 14. September faehrt Papa nach Karlsbad, um sich wieder einmal tuechtig auszukurieren.


Am 16. fahren die Hofrainer nach. Erna und ich machen unseren Besuch in Deutschental.

Am 17. September faehrt Mama mit den Kindern nach Graz.

Am 21. September ist Vera bei uns, um Abschied zu nehmen.

Am 22. September kommen Tante Madeleine und Tante Tezi, um vier Tage bei uns zu bleiben.

Wir verbringen die Zeit recht angenehm, machen Spaziergaenge oder fahren aus (Hofrain, Follenhof, Neuhaus, Heilenstein, Fraisslau etc.), und im Nu ist die Zeit ihrer Abreise da.

9. Oktober
Ein seit Monaten gehegter Plan kommt zur Ausfuehrung. Ich fahre wieder nach Kaposvar, wieder obwohl Tante Johanna und Dora trotz Versprechens sich im Sommer in Arndorf nicht haben sehen lassen.

Tante treffe ich zuerst nicht zu Hause, ein Grund zur Verlaengerung meines dortigen Aufenthaltes, und ich komme schliesslich so weit, dass aus den vorgehabten 10 Tagen ein voller Monat wird.

So habe ich Zeit und Gelegenheit das ungarische Leben in seinen Eigenheiten im Salon und auch auf dem Lande ein wenig kennen zu lernen.

Ein Besuch dort, ein Tee da, am Nachmittag eine schoene Spazierfahrt mit Dora aufs Land hinaus, oder ein interessanter Spaziergang in einem ungarischen Dorf, auch wohl Gaeste im Hause Kladnigg selbst, ein angenehmer Theaterabend und endlich eine Fahrt nach Szent Galosker, Onkels neu angekauftes Gut, das ich nicht genug bewundern kann.

Am 6. November fahre ich heim, nicht ahnend welcher Empfang mir bevorsteht.

In Cilli erfahre ich es:

The burned out residence of family Jezovnik in Arnsdorf

"Unser Wohnhaus ist vor zwei Tagen abgebrannt"! Man kann sich meine Gefuehle vorstellen erst wie ich in die fuerchterliche Unordnung unserer provisorischen frueher fuer einen Beamten gedachten Wohnung komme.

Aber nun das abgebrannte Haus: Vor und hinter demselben ein Schutthaufen von 11/2 m Hoehe; im Innern wieder Schutt und Wasser ueberall, so dass man bis zu den Knoecheln darin waten muss. Im ersten Stock eingestuerzte Plafonds und Oefen, eingesunkene Fussboeden, herabhaengende, verbrannte Balken, im zweiten Stock nur die Rauchfaenge und einzelne Mauern, teilweise kein Boden mehr.

In der Kueche, dem einzigen noch bewohnten Raum, sieht man missmutige, traurige Gesichter. Nur nach und nach erfahre ich naeheres vom Brand:

Am 3. November um ½8 Uhr abends war das Feuer bemerkt worden, und schon zehn Minuten danach war es unmoeglich in den 2. Stock zu gelangen. Der groesste Teil unserer Dienstboten Habseeligkeiten, deren ganze Einrichtung, und 3 Dachzimmer sammt deren ganzen Inhalt (darunter alle Pelze, Kleider, Waesche, Federbetten, Koffer und einzelne Moebelstuecke, sowie eine Menge Vorraete u.a.) fielen den Flammen zum Opfer.

Die Sachen aus dem 1. Stock und Parterre, Moebel aus 13 Zimmern werden von den herbei eilenden Leuten im Laufe von 3/4 Stunden ausgerauemt und im Garten und am Tennisplatz aufgestapelt.

Hunderte von Leuten, eine Menge Cillier Herren und 7 Feuerwehren waren am Brandplatz zugegen. Das Wasser floss in Stroemen und musste von der Loschnitz beschafft werden. Aber es schien nicht viel zu helfen. Das Feuer prasselte, ab und zu stuerzte eine Mauer, ein Boden ein, und so dauerte es fort bis naechsten Vormittag 11 Uhr. Dann wurden die Sachen ins neue Haus gerauemt und die Wohnung notduerftig eingerichtet. Grossmama, im Kasino einquartiert, reiste am 11. November nach Wien.

Wir gehen nun auf im Rauemen und Ordnen.

Am 30. November haben wir sogar eine grosse Jagd mit Diner im Kasino.

Am 6. Dezember fahre ich nach Graz, werde von Vera am Bahnhof erwartet, verbringe mit ihr ein paar Stunden, und gehe dann ins SacreCoeur, um dort die Feierlichkeiten der naechsten Tage mitzumachen.

Hochbefriedigt ueber meinen dortigen Aufenthalt fahre ich am 8. Dezember auf kurze Zeit nach Wien. Grossmama treffe ich leider im Krankenbett, und wir verbringen den Abend mit Onkel Michi, Tante Eugenie und Toni.

Nun vergehen Tage der Hetze mit Besorgen, Museen und Ausstellungen ansehen, Besuche machen und auch wohl Theater hoeren: Die Wienerinnen, das Maedchen aus dem goldenem Westen, und ein Orgelkonzert im neuen Konzerthaus.

Den 14. Dezember verbringe ich in Moedling; am Abend kommt Mama.

Nun werden noch Weihnachtsgeschenke besorgt und zwei Theaterabende mitgemacht: (Der lachende Ehemann und der Kaiserbesuch).

Die uebrige Zeit wird den Verwandten gewidmet. Grossmama ist aber leider noch immer nicht auf.

Am 18. Dezember fahren wir heim und zwar durch Zufall in Gesellschaft von Wien mit Anny Jarkhoffer und von Marburg bis Cilli mit Ingenieur Rakusch.

Am 20. Dezember kommen Erna und Dora in Weihnachtsferien, und sie machen wohl grosse Augen ueber all die Aenderungen, welche der Brand verursacht hat.

Am 23. Dezember haben wir noch eine grosse Jagd und Diner im Kasino; die Herren Rauscher, Stieger, Dr. Fasching, Dr. Wazolit, Dr. Gollitsch, Dr. Breschnik, Daniel Rakusch, Dr. Kiebel, Oberingenieur Kibitsch, Dr. Schurbi und L. von Goslett sind unsere Gaeste.

Hier endet Irmas Tagebuch

Moechten Sie wissen, wie das Leben von Irma und Hans Jezovnik weiterging? Dann muessen Sie hier weiter lesen.

Would you like to know more what happened to the person, who wrote this diary? Then read the following:

Expropriation in 1945

Nacionalizacija

This young lady has grown to be a mature woman when trouble struck her family, her brother Hans and her two sisters Dora and Erna Jezovnik.

Besides all the properties consisting of castles business establishments, life stock, lands and forests, that was taken from Irma, Hans, Dora and Erna Jezovnik, very large amounts of inventory was confiscated by the government of FLRJ and placed in Stara Grofija, which houses nowadays Museum of Cilli. Inventory was expropriated by:

Komisija za Upravo NarodneImovine (doslo 4. IV. 1946)

Seznam

prevzetega inventarja dne 8. februarja 1946. iz zaplenjene imovine ing. Jezovnik, Arjavas pri Petrovcah po pooblascencu Okroznega zbirnega centra Celje. Predmeti so depomirani v Grofiji Celjskem muzeju.

Index list contains a library of ca. 2008 different books issued by Janez Bajkort Valvazor. We do not wish to bore you with the whole index of inventory. Should any still living offsprings of the above mentioned Jezovniks ever read this diary and who are entitled to all these treasures, they should contact me, and I will provide them with the list and documents of all confiscated real estate and inventory.

Additional pictures of the Jezovnik family: